Empirische Sozialforschung im Kontext der forschungsorientierten Weiterbildung

Ziel und Vorgehen

Im Rahmen einer wissenschaftlichen Lösungssuche ist die Rolle der Empirie zu betrachten. Im Anschluss an die Theoriediskussion und theoretische Modellentwicklung schwerpunktmäßig im zweiten und dritten Forschungshalbjahr sollen die Veranstaltungen zur empirischen Sozialforschung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum empirischen Forschen befähigen, so dass entwickelte Lösungsmodelle selbstständig evaluiert werden können. Das Discussion Paper II „Modellevalua­tion“ als dritter Leistungsnachweis erfasst entsprechend auch empirische Untersuchungen mit ih­ren Ergebnissen.

Ziel ist es zunächst, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den Möglichkeiten der empirischen Sozialforschung vertraut zu machen und sie zu einer begründeten Auswahl einer Methode zur Evaluation eigener Modelle zu befähigen. In einem zweiten Schritt ist diese Methode zu vertiefen und für die eigene Forschungsarbeit anzuwenden.

Zu diesem Zweck gibt es regelmäßige Studienveranstaltungen zu den Grundlagen der empiri­schen Sozialforschung und die Research Workshops dienen hauptsächlich der Entwicklung, Prü­fung und Umsetzung geeigneter Methoden zur Evaluation eines Modells. In den individuellen For­schungsphasen sind empirische Studien eigenständig durchzuführen, wobei auch in diesen Pha­sen Forschungssuper­vision gewährleistet wird.

Zum zielgerichteten Umgang mit den Methoden und Instrumenten trägt auch das zuvor geleistete umfassende Literaturstudium zum Forschungsthema bei, welches durch Analyse aktueller interna­tionaler Forschungsergebnisse auch über gegenwärtig in der Scientific Community anerkannte Methoden der empirischen Sozialforschung Aufschluss gibt.

Vorträge und Diskussionen zu Projekten der „Aktuellen Forschung in den Wirtschafts- und Sozial­wissenschaften“ ergänzen die Lehrmethoden und zeigen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern darüber hinaus, welche empirischen Projekte möglich sind und wie die Realisierung von verschie­denen methodischen Ansätzen aussehen kann. Umfassende Diskussionen zu den vorgestellten Projekten im Rahmen dieser Veranstaltungen sollen dabei für einen differenzierten Umgang mit den Methoden der empirischen Sozialforschung sensibilisieren.

Inhalt der Studienveranstaltungen zur empirischen Sozialforschung

In den Studienveranstaltungen zur empirischen Sozialforschung werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowohl an quantitative als auch qualitative Methoden herangeführt und mit Möglich­keiten eines Methodenmixes bzw. der Triangulation vertraut gemacht. Die Anwendung der Metho­den ist vor dem Hintergrund der zu wählenden Forschungsmethodik – induktives oder deduktives Vorgehen – zu diskutieren, vor allem mit Blick darauf, dass eine eindeutige Zuordnung – qualitative Methoden für ein induktives Vorgehen und quantitative Methoden für ein deduktives Vorgehen – aufgrund der Entwicklungen im Bereich der Datenverarbeitung heute kaum noch Bestand hat.

Da­bei können auch interdisziplinäre Forschungsansätze verfolgt werden. Beispiels­weise besteht die Möglichkeit, an der Veranstaltung zur mathematischen Modellierung anzuknüpfen und entspre­chende Methoden umzusetzen.

Methoden auf der Schnittstelle quantitativer/qualitativer Methoden, wie Fallstudien, Netzwerkana­lyse, Szenariotechnik, sind ebenfalls grundsätzlich aufzugreifen. Auch die Möglichkeiten zu Quer­schnitt- und Längsschnittanalysen, inkl. Trend- und Paneldesign, sind zu thematisieren.

Weitere zu vermittelnde Grundlagen betreffen Stichprobenverfahren.

Auf dieser Basis werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Instrumenten zur Datenerhebung und Verfahren der Datenauswertung vertraut gemacht:

Bei den Methoden zur Datenerhebung ist neben bspw. Inhaltsanalyse oder Beobachtung vor allem auch die Befragung relevant. Hier wird die Bandbreite von narrativen über leitfadengestützte Inter­views bis hin zu Fragebogenerhebungen aufgespannt. Auch verschiedene Medien zur Befragung – postalische, mündliche Befragung, Telefoninterviews, Online-Befragungen – sind zu beachten.

Mit Blick auf die Auswertungsverfahren stehen neben qualitativen Methoden, wie z.B. objektive Hermeneutik oder Inhaltsanalyse, vor allem quantitative Verfahren im Mittelpunkt. Die Teilnehme­rinnen und Teilnehmer sind heranzuführen an univariate, bivariate und multivariate Analyseverfah­ren zur Deskription und Analyse von Zusammenhängen. Grundlegende Verfahren der multivaria­ten Analyse wären z.B. Regressionsanalyse, Faktorenanalyse, Conjoint-Analyse, weitere komplexe Verfahren z.B. Strukturgleichungsmodelle, neuronale Netze, Korrespondenzanalyse. Diese Bandbreite ist grundsätzlich aufzuzeigen auch mit Blick auf die neuesten wissenschaftlichen Methoden des Faches. Im individuellen Fall sind die einzelnen Methoden – fokussiert auf die eigene Forschungsarbeit – zu vertiefen.

In diesem Zusammenhang wird auch der Umgang mit entsprechenden Statistik-Programmen ge­schult. Insbesondere kommt für quantitative Analysen grundsätzlich PASW (vormals SPSS) zum Einsatz.

Konkretes Angebot der Studienveranstaltung „Empirische Sozialforschung & Statistik“

Die Studienveranstaltung wird jedes Jahr im Januar und Juli angeboten. Die Methoden-Veranstaltung setzt sich grundsätzlich zusammen aus Seminaren zu Erhebungsverfahren und zu Auswertungsverfahren. Darüber hinaus werden Seminare zur elektronischen Verarbeitung empirischer Daten (insb. PASW, vormals SPSS) angeboten. Einzelne Teilveranstaltungen können separat besucht werden. Die Umsetzung der empirischen Forschung erfolgt in den Research Workshops.

Aktuelle Termine:

  • 7. bis 10. Juli 2012 "Einführung in Statistik und SPSS (PASW)"

Information

nächste Studienveranstaltungen "Empirische Sozialforschung & Statistik":